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Besonnene Panik
22. November 2015


In Hannover wurde ein Länderspiel abgesagt, weil eine konkrete Gefhar vorgelegen hätte, Details dürfe man aber nicht sagen, weil dann die Bevölkerung verunsichert wäre. Trotzdem: Die Absage sei super verlaufen, kaum einer wurde gesprengt, ganz toll! Und das habe man auch nicht aus Angst abgesagt, sondern einfach so, weil es möglich war. Oh ja, das war eine Absage aus freien Stücken!

Man stelle sich vor, man bekäme von einem Doktor die Diagnose: »Ja, Sie haben da was ziemlich Ernsthaftes, aber was genau -- dazu sage ich Ihnen jetzt mal lieber nichts, sonst machen Sie sich noch Sorgen. Aber die Untersuchung selbst, die war klasse!« Sicherlich wird der Patient voller Zuversicht nach Hause gehen. Ist der Innenminister wirklich so psychologiebeschränkt?

Dann kommen Tag für Tag die Berichte, was da nun alles für Hinweise vorlagen. Es sind eine Menge Hinweise, jeder einzelne sehr konkret und besorgniserregend. Eieiei! Voll gut, dass das alles verhindert wurde!

Und dann -- doch nicht! Die Geheimdienste haben sich getäuscht und es gab nie eine konkrete Bedrohung. Sorry! Aber die Selbstbeweihräucherung für die Absage gilt natürlich trotzdem noch. Toll haben wir das gemacht. Und nie Angst gehabt, ganz ehrlich, weil das ja auch gar nicht nötig war, wie jetzt einwandfrei bewiesen ist!

Unsere Panik ist nämlich total besonnen. Nicht einfach so rumschreien, sondern erst einatmen und dann brüllen: »Ich schreie nicht, ich schreie nicht, argh, ich schreie nicht!«
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